Was ist ein Smart Home? – Neueste Technik beim Wohnen

Die Digitalisierung hat überall Einzug gefunden, in Arbeit, unserem Alltag und natürlich auch in unserer Freizeit. Das gilt mittlerweile auch für die eigenen vier Wände.
Smart Home ist einer der aktuellsten Trends in Sachen Wohnen. Viele Dinge werden miteinander vernetzt und lassen sich am Ende zentral überwachen sowie steuern.

Was ist ein Smart Home? – Neueste Technik beim Wohnen

Die Smart-Home-Technologie ist einer der Trends für die nahe Zukunft und soll das Wohnen vieler Menschen grundlegend verändern. Zum Beispiel eröffnet sie neue Möglichkeiten, Energiekosten zu sparen, die Sicherheit zu erhöhen und den Zeitaufwand für Routinehandlungen zu minimieren. Doch was steckt eigentlich hinter dem Begriff „Smart Home“, welche Vorteile sind damit verbunden und was bedeutet das für den Alltag? Und wie könnte sich das Phänomen in Zukunft entwickeln? In diesem Ratgeber erklären wir umfassend, was Smart Home ist und welche Möglichkeiten sich dabei ergeben.

Was versteht man unter Smart-Home-Technologie?

Wie die Zeit ausführt, ist das Smart Home keine ganz neue Erfindung. Schon in den 60er-Jahren nutzte der Ingenieur James Sutherland ein selbstgebasteltes elektronisches Gerät, um Luftfeuchtigkeit und Temperatur in seiner Wohnung zu kontrollieren und die Zeit zu begrenzen, die seine Kinder am Fernseher verbrachten.

Wenngleich es noch etwas dauern sollte, bis ähnliche Gerätschaften in Serie hergestellt wurden, gibt dieser Prototyp des Smart Homes schon eine Antwort auf die Frage, was sich hinter einem Smart Home verbirgt.

Wichtige Begriffe in diesem Zusammenhang sind:

  • Vernetzung: In einem Smart Home sind Geräte und Installationen miteinander vernetzt. So lässt sich beispielsweise die Heizung über ein anderes Gerät aus dem Netzwerk steuern.
  • Zentrale Steuerung: Bei James Sutherland kam noch der sogenannte „Echo IV“ zur Anwendung, der ungefähr so groß wie ein Schrank war. Heute funktioniert die Steuerung in einem Smart Home über vergleichbar handliche Geräte wie Smartphones und Tablets.
  • Automatisierung: In einem Smart Home funktionieren viele Vorgänge automatisch – nach einer entsprechenden Einstellung beziehungsweise Programmierung durch den Besitzer.

Während diese Grundkomponenten seit den Anfängen der Geschichte des Smart Homes gleichgeblieben sind, hat sich die dahinterliegende Technik grundlegend verändert:

  • Heute kommen vor allem kabellose Varianten der Übertragung wie WLAN und Bluetooth zum Einsatz. Das sorgt für eine einfachere Installation und Bedienung.
  • Beide Standards, kabelgebunden und kabellos, ermöglichen eine Kommunikation in zwei Richtungen. Das bedeutet, dass Geräte Informationen empfangen und senden können.
  • Zu den grundlegenden Veränderungen gehört auch der bereits erwähnte Durchbruch von Geräten wie Smartphone und Tablet als Steuerungseinheiten.

Statt Smart Home findet oft der Begriff „Intelligentes Zuhause“ Verwendung. Auch Schlagworte wie „Smart Living“ sind in Zusammenhang mit dem Thema gebräuchlich.

Welche Anwendungsmöglichkeiten ergeben sich daraus?

Das Grundkonzept eines Smart Homes ist nun klar. Stellt sich die Frage, wie sich dieses in die Realität umsetzen lässt und welche Anwendungsmöglichkeiten sich dahinter verbergen. Tatsächlich eröffnet die Smart-Home-Technologie eine ganze Reihe faszinierender Möglichkeiten für den Alltag. Sei es in den eigenen vier Wänden oder auch in einem Bürogebäude. Dazu gehören die folgenden:

  • Heizungsanlage: An der Heizung drehen adé. Smarte Heiztechnologien nehmen Verbrauchern die Arbeit ab. Je nach Modell registrieren sie Außen- und Innentemperatur und reagieren darauf, zum Beispiel indem sie aufheizen. Auch lassen sich viele Heizungen so einstellen, dass sie eine halbe Stunde, bevor ihre Besitzer von der Arbeit heimkommen, für eine behagliche Temperatur sorgen.
  • Beleuchtung: Das Licht geht an, wenn jemand einen Raum oder einen bestimmten Außenbereich betritt, und das ganz automatisch ohne Druck auf den Lichtschalter. Außerdem passt sich eine intelligente Lichtsteuerung automatisch an die Sonneneinstrahlung von draußen an. Auch unterschiedliche Atmosphären beziehungsweise Stimmungen lassen sich so erzeugen.
  • Jalousien beziehungsweise Rollläden: Ganz ähnlich funktionieren Verdunkelungsmechanismen in einem Smart Home. So gehen hier die Rollläden von selbst hoch oder herunter, je nach Tageslicht.
  • Lüftung: Wann eine Luftzufuhr von außen notwendig ist oder eine Klimaanlage ihre Dienste aufnehmen soll, erkennt ein Smart Home von allein und reagiert entsprechend darauf. So wird stets eine optimale Belüftung garantiert und auch in finanzieller Hinsicht (Stichwort: Heizung) das bestmögliche Ergebnis erzielt.
  • Hausgeräte: Auch Hausgeräte wie Waschmaschine und Trockner, Kühlschrank und sogar die Kaffeemaschine lassen sich in einem Smart Home programmieren und zentral über Knopfdruck steuern, egal in welchem Raum man sich gerade befindet.
  • Verbrauchsanalyse: Dank vernetzter Technik in einem Gebäude sind Verbraucher immer auf dem Laufenden über den Energieverbrauch in ihrem Zuhause und können Verbrauchsfresser identifizieren sowie eliminieren.

Neben den bereits genannten Anwendungsmöglichkeiten ist natürlich auch der Bereich Unterhaltung/Entertainment ein interessanter Aspekt. So ist es in einem vernetzten Zuhause beispielsweise möglich:

  • Lautsprecher für den Musikgenuss unsichtbar in den Wänden jedes Raumes zu verstecken.
  • Mit einem Knopfdruck beziehungsweise Mausklick Musik in jedem Raum streamen.
  • Beim Einschalten des Fernsehers automatisch die richtige Beleuchtung zu genießen.

Damit sich alle diese Möglichkeiten erfolgreich in die Realität umsetzen lassen, ist das entsprechende System eine notwendige Voraussetzung. Dazu gehört neben den einzelnen Komponenten, wie zum Beispiel einem „intelligenten Thermostat“, eine zentrale Steuereinheit. Diese fungiert als Technikzentrale in der alle in einem Smart Home verwendeten Geräte zusammenlaufen und können somit alle Daten flexibel miteinander vernetzen. Dabei stehen Verbrauchern eine Vielzahl von Systemen zur Verfügung, die sich abhängig von den eigenen Wünschen und Vorstellungen konfigurieren lassen.

Wie könnte sich die Smart Home Technologie noch weiter entwickeln?

Nach dem Statistikportal statista beträgt der Umsatz im Smart-Home-Markt 2018 rund 2.503 Millionen Euro. Prognosen zufolge steigert er sich bis zum Jahr 2022 um jährlich 20,5 % auf 5,278 Millionen Euro.

Sollte sich dieser Ausblick als wahr erweisen, wäre das intelligente Zuhause einer der Megatrends in der nahen Zukunft. Zurückführen lässt sich dies auf mehrere Vorteile, die Smart-Home-Technologie mit sich bringt:

  • Geldsparend: Mit vernetzten elektronischen Geräten lässt sich viel Energie und damit Geld sparen. So sinkt der Verbrauch von Heizungen oder Beleuchtungsanlagen, wenn sich diese selbstständig an die Umgebung und die damit einhergehenden Bedürfnisse von Verbrauchern anpassen.
  • Umweltfreundlich: Ein geringerer Energieverbrauch schont neben dem eigenen Geldbeutel die Umwelt, ein Faktor, der in Zeiten des Klimawandels und sinkender Rohstoffvorkommen immer wichtiger wird.
  • Zeitsparend: Mit einem vernetzten Zuhause entfallen viele kleine Handgriffe, die zusammen viel Zeit kosten. Dazu gehört das Betätigen des Lichtschalters ebenso wie das Aufdrehen der Heizung und das Auf- und Zuziehen von Jalousien.
  • Komfortabel: Smarte Technologien gehen einher mit mehr Wohnkomfort und letztlich mehr Behaglichkeit im eigenen Zuhause. Allein das Musikhören in der Dusche oder in der Küche wird so zu einem ganz neuen Erlebnis.
  • Sicher: Bewegungsmelder und Co. erhöhen die Sicherheit vor Einbrechern. Und wer als Smart-Home-Besitzer beim Verlassen seines Hauses unsicher ist, ob er den Herd ausgemacht kann, kontrolliert dies einfach mithilfe seines Smartphones kontrollieren und gegebenenfalls korrigieren.

Dabei prognostizieren Experten, dass sich Smart-Home-Technologien in der Zukunft rasant weiterentwickeln. Damit könnten sie schon bald Möglichkeiten eröffnen, die noch einmal weit von denen heutiger Systeme entfernt sind. So sollen Steuerungsgeräte in Zukunft noch kleiner werden, sodass man sie beispielsweise bequem als Art Uhr am Handgelenk tragen kann.

Außerdem werden intelligente Geräte zukünftig zunehmend über Gesten- und Sprachsteuerung steuerbar sein. Auch lernfähig werden sie sein, sodass sich zum Beispiel die Heizungs- und Lichtsteuerung selbstständig auf das Verhalten ihres Besitzers einstellen. Und schließlich könnten Roboter ins Spiel kommen, die eigenständig Einkäufe erledigen, den Rasen mähen oder vieles mehr. Auch wenn dies noch Zukunftsmusik darstellt, ist der Einstieg in Smart Home Technologien definitiv ein Meilenstein in der Digitalisierung unseres Wohnraums.

Überwachung und Steuerung der Energieversorgung
Ob Heizung oder Beleuchtung – mittels Smart Home Technologie ist die Überwachung und Steuerung der Energieversorgung kein Problem mehr. So lässt sich Geld sparen.

Smart wohnen steht vor dem Durchbruch

Lange Zeit galten Smart-Home-Systeme als Luxus für Gutverdienende. Doch dank moderner Technik, kabelloser Übertragungsmöglichkeiten und neuer handlicher Endgeräte wie Smartphones, werden entsprechende Technologien für die breite Masse erschwinglich. Das spiegelt sich in den Umsatzzahlen wider. Hinzu kommt, dass immer mehr Hersteller beispielsweise intelligente Haushaltsgeräte auf den Markt bringen. Das könnte bedeuten, dass das Wohnen in Zukunft energiesparender, preiswerter und komfortabler wird.

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