Wichtige Informationen zu Erdkabeln

Welches Erdkabel sollte ich verwenden? Was bedeuten die unterschiedlichen Bezeichnungen, Aderzahl und Querschnitte? Was gilt es noch zu beachten?
Welches Erdkabel sollte man für einen Garten verwenden?
Wer selbst einen Garten besitzt, steht in der Regel öfters vor der Aufgabe, elektrische Geräte oder Maschinen mit Strom versorgen zu müssen. Egal ob die elektrische Heckenschere, die Teichpumpe oder die Gartenbeleuchtung Strom benötigen, eine Kabeltrommel ist zwar schnell ausgerollt aber nicht immer ist sie die ideale Lösung. Besonders komfortabel und praktisch sind unterirdisch verlegte Erdkabel in Kombination mit Gartensteckdosen. So können Sie in Ihrem kompletten Garten überall dort wo Strom benötigt wird, eine Steckdose oder einen Anschluss installieren. Voraussetzung ist lediglich, dass Sie sich einmal die Arbeit machen, die Erdkabel im Garten zu verlegen. Neben der Verlegung in der richtigen Tiefe und der Absicherung der elektrischen Installation ist vor allem auf den richtigen Kabeltyp zu achten. Denn im Erdreich dürfen Sie nur Kabel verlegen, die dafür geeignet und zugelassen sind. Diese Erdkabel können Sie aufgrund der sehr guten Isolation direkt im Erdreich aber auch im Beton oder in feuchten Umgebungen verlegen. Die Isolation verhindert, dass Feuchtigkeit oder chemische Reaktionen im Boden das Kabel beschädigen. Auch die Zerstörung durch im Erdreich lebende Nagetiere wird recht zuverlässig verhindert.
 
Die Bedeutung der Kabelbezeichnung für Erdkabel
Erdkabel für Ihren Garten erkennen Sie an der Bezeichnung NYY. Zwar sind auch andere Kabeltypen für die Verlegung im Freien geeignet, doch meist kommen im privaten Niederspannungsbereich diese NYY Kabel zum Einsatz. Die drei Buchstaben haben jeweils unterschiedliche Bedeutung und stehen für folgende Eigenschaften des Kabels:
 
- erste Stelle N: Normenleitung
- zweite Stelle Y: Adernisolierung aus Polyvinylchlorid (PVC)
- dritte Stelle Y: Isolierung des kompletten Kabelbündels aus Polyvinylchlorid (PVC)
 
Die elektrischen Leiter selbst sind aus Kupfer und die jeweilige Isolierung hat eine der VDE 0293 Norm entsprechende Farbe. Die äußere Gesamtisolierung ist meist komplett schwarz.
NYY Kabel sind in zwei Grundausführungen erhältlich. NYY-J Kabel mit Schutzleiter und NYY-O Kabel ohne Schutzleiter.
 
Anzahl der Adern und Kabelquerschnitt
Wichtige Eigenschaften des Erdkabels sind die Anzahl der Adern und der Leiterquerschnitt. Während für den Anschluss einzelner Steckdosen Kabel mit einem Leiterquerschnitt von 1,5 Quadratmillimeter völlig ausreichend sind, sollten Sie für die gleichzeitige Versorgung mehrerer Steckdosen und elektrischer Verbraucher besser Kabel mit einem Leiterquerschnitt von 2,5 Quadratmillimeter wählen. Erdkabel mit Leiterquerschnitten von 16 oder 25 Quadratmillimetern eignen sich für die Versorgung kompletter Hausanschlüsse oder für die Zuleitung zu Gebäuden.
Für den Anschluss normaler 230 Volt Steckdosen und elektrischer Verbraucher sind drei Adern (Neutralleiter, stromführender Leiter und Schutzleiter) ausreichend. Starkstromanschlüsse und Hausanschlüsse benötigen alle drei Phasen und dementsprechend fünf Adern.
 
Was es bei Erdkabeln noch zu beachten gilt
Je nachdem welches Kabel Sie verwenden, ist auf eine jeweils passende elektrische Absicherung zu achten. So können Sicherungen von 16 Ampere, 63 Ampere oder mit anderen Auslösewerten notwendig sein. Zusätzlich ist ein FI-Schalter zu installieren, der bei auftretenden Fehlströmen auslöst. Wichtig ist zudem, dass Sie die in der richtigen Tiefe verlegten Kabel zum Schutz in einem Kabelrohr führen oder mit robusten Kabelhauben abdecken. Darüber gehört ein PVC Warnband mit der Aufschrift "Elektrisches Kabel". So stellen Sie sicher, dass jemand, der später einmal an dieser Stelle gräbt, das Kabel nicht beschädigt oder durch den Strom gefährdet wird.