Entsorgung von Elektrowerkzeug


Was gibt es bei der Entsorgung von Elektrowerkzeug und Ähnlichem zu beachten?



Auch der Elektrobereich ist nicht davor gefeit, Abfall zu produzieren. Geräte zwischen Spannungsprüfer und Bohrhammer können irreparabel beschädigt werden oder schlicht verschleißen. Batterien und Akkumulatoren entladen sich.

Und geht es an die Installation bzw. Demontage, können die Abfallmengen auch sehr groß werden, wenn herausgestemmtes Wandmaterial entsorgt werden will, wenn alte Schalter und Steckdosen anfallen, herausgerissene Alt-Kabel und die abgeschnittenen Stücke neuer Leitungen.

Was sie bei all diesen Dingen bei der Entsorgung beachten müssen, haben wir auf den folgenden Zeilen nach Abfallart für sie zusammengestellt.  



Elektrisch angetriebene Werkzeuge


Die Bohrmaschine gibt beim Betätigen des Schalters keinen Mucks mehr von sich, die Stichsäge ist nach einem Sturz von der Werkbank nicht mehr benutzbar. Doch auch, wenn heute vielfach die Einstellung lautet „kaputt = neukaufen“, sollte man nicht zu voreilig sein. Denn besonders im Fall von Geräten, die von Markenherstellern stammen, gibt es oftmals Mittel und Wege, diese zu reparieren – je nach Hersteller gibt es jedes Bauteil als Ersatz zu kaufen. Und eine Anleitung ist vielfach nur wenige Mausklicks entfernt

Aber das erstreckt sich wie gesagt vornehmlich auf Markenwerkzeug. Hat man hingegen No-Name-Geräte bedeutet ein Schaden höchstwahrscheinlich das endgültige Aus. In dem Fall gilt eine Grundregel: In jedem Elektrowerkzeug stecken wertvolle Rohstoffe. Daher darf selbst der simpelste Prüfschraubendreher nicht über den Hausmüll entsorgt werden.

Dankenswerterweise hat der Gesetzgeber in Deutschland umfangreich Klarheit geschaffen. Jedes Gerät, in dem irgendetwas Spannungsführendes verbaut wurde, gilt als Elektrogerät. Das wiederum bedeutet, dass es kostenlos entsorgt werden muss. 


  • Regionale Wertstoff- bzw. Recyclinghöfe müssen annehmen
  • Geschäfte, die mit Elektrogeräten handeln, müssen ebenfalls annehmen, sofern sie über mehr als 400m² Ausstellungs- bzw. Lagerfläche verfügen (letzteres gilt für Onlinehändler)
  • Kleine Geräte mit einer Kantenlänge unter 25 Zentimeter (etwa kleine Akkuschrauber) müssen von jedem Geschäft zurückgenommen werden, unabhängig davon, ob der Anliefernde dort etwas Neues kauft
  • Größere Geräte muss ein Geschäft nur in dem Fall annehmen, dass ein Neugerät erworben wird

Das bedeutet also, es steht immer eine kostenlose Option offen, seine beschädigten Altgeräte loszuwerden – übrigens ist die Nutzung dieser Optionen auch Pflicht; wer Elektrogeräte dennoch über den Hausmüll entsorgt, riskiert je nach Bundesland schon für ein Werkzeug Strafen bis zu 2500 Euro.



Akkumulatoren und Batterien


Nicht-aufladbare Batterien sind nach einem Entladezyklus nicht mehr zu gebrauchen. Und bei Akkus sind selbst diejenigen, die nach dem Lithium-Ionen-Prinzip arbeiten, nach einer gewissen Anzahl von Lade- und Entladezyklen verschlissen.

In diesem Fall ist die Sachlage noch klarer: Jeder Nutzer ist muss diese fachgerechtet entsorgen und jeder Anbieter ist verpflichtet, darauf klar und deutlich hinzuweisen. Klarheit schafft das auf jeder Batterie, jedem Akku zu findende Symbol „durchkreuzte Mülltonne“.

Für Haushaltsbatterien und -akkus finden sich heute in jedem Supermarkt die bekannten Sammelkartons. Allerdings: Diese sind ob ihres begrenzten Raumes kein Ort, an dem beispielsweise die großen Energiespeicher eines Akku-Bohrschraubers entsorgt werden sollten. In dem Fall ist der nächste Wertstoffhof der richtige Ansprechpartner.


Wichtig: Auch in vermeintlich leeren Batterien/Akkus ist noch Restspannung vorhanden. Vor der Entsorgung sollten deshalb die Metallkontakte mit einem Streifen aus regulärem Isolierband abgeklebt werden, damit es in der Sammelkiste keine Kurzschlüsse geben kann.


Kabelschrott


Egal ob abisolierte Überreste einer Kabel-Ummantelung oder ein ganzer Berg an Altleitungen, die im Zuge einer Sanierung aus den Wänden gezogen wurden. Auch für Kabelschrott gelten genaue Richtlinien hinsichtlich seiner Entsorgung.

Legal ist es, sowohl Teile der Isolation wie ganze Kabel über den Hausmüll zu entsorgen. Allerdings muss man dann trennen:

  • Die Kabelisolation gehört in die Restmülltonne
  • Der metallene Leitungsdraht gehört in den gelben Sack / gelbe Tonne

Und natürlich sind auch hier Wertstoffhöfe einmal mehr die richtige Anlaufstelle. Allerdings wären all die genannten Entsorgungsformen eine fast schon sträfliche Verschwendung. Zumindest dann, wenn die zu entsorgenden Mengen über geringste Längen hinausgehen. Denn Leitungen enthalten buchstäblich wertvollen Kupferschrott.

Wer diesen wegwirft, verschenkt Geld und davon nicht wenig. Gerade bei großen Mengen empfehlen wir dringend, die Kabel zu sammeln und sie dann zu einem Schrotthändler zu bringen:

  • Ummantelte Kupferkabel bringen derzeit zirka 1,30€ pro Kilogramm
  • Macht man sich die Mühe, die Isolation zu entfernen, bekommt man „Kupfer Millberry“ und damit einen Preis von sogar bis zu 5€ pro Kilogramm

Um diese Preise begreifbar zu machen: In der Elektroinstallation eines normalen Einfamilienhauses stecken gut und gerne 200 Kilogramm Kupfer! Bei einer Komplettsanierung, bei der man sich die Mühe macht, alle Altleitungen von ihrer Ummantelung zu befreien, winken also mindestens 1000 „geschenkte“ Euro.



Leuchtmittel



Was die Entsorgung anbelangt, ist Leuchtmittel leider nicht gleich Leuchtmittel. Denn dadurch, dass Glühlampe, Leuchtstoffröhre, LEDs und Energiesparlampen technisch völlig unterschiedlich aufgebaut sind, gibt es keine Entsorgungs-Pauschalantwort, sondern es muss der Einzelfall betrachtet werden:

  • Normale Glühlampen können sowohl in unbeschädigter wie zerbrochener Form über den Restmüll entsorgt werden
  • Halogenlampen dürfen ebenfalls in den Restmüll
  • Leuchtstoffröhren dürfen, entgegen eines weitverbreiteten Irrglaubens, NICHT in den Altglascontainer – auch wenn man diesen Ratschlag immer wieder liest. Sie müssen bei Wertstoffhöfen abgegeben werden - kostenlos
  • Energiesparlampen gehören auf den Wertstoffhof oder können in zahlreichen Bau-, Elektro-, und Supermärkten über speziell dafür bereitgestellte Sammeltonnen entsorgt werden. Wichtig: Zerbricht eine Energiesparlampe, dürfen ihre Überreste ausnahmsweise in den Hausmüll. Danach die Räumlichkeiten jedoch wegen des freigesetzten Quecksilbers gut durchlüften.
  • LED-Lampen werden wegen ihres elektronischen Innenlebens vom Gesetzgeber grundsätzlich und ungeachtet ihrer Größe als Elektrogerät eingestuft und können/müssen daher wie jedes andere Elektrogerät entsorgt werden.
Bei ganzen Lampen, etwa Deckenleuchten, empfiehlt es sich indes, diese nach Möglichkeit auseinanderzubauen und die Materialien getrennt zu entsorgen. Falls das nicht geht bzw. zu großen Aufwand darstellt, sind diese wie jedes andere Elektrogerät zu behandeln.



Steckdosen, Lichtschalter & Co.


Bei den Steckdosen, Lichtschaltern und Verteilerdosen, die bei einer Sanierung ausgetauscht werden, gibt es nur eine Form der Entsorgung: Die Elektroschrott-Annahmestelle des Wertstoffhofs. Die Dosen, mit denen diese jedoch in der Wand befestigt werden, dürfen indes, sofern sie weitestgehend sauber sind (Stichwort Gips) über den gelben Sack entsorgt werden, weil sie aus Kunststoff bestehen.



Bauschutt



Wo alte Leitungen, Steckdosen etc. ausgebaut, die Schächte für neue in die Wand gestemmt und gebohrt werden, können je nach Umfang der Arbeiten dutzende, ja hunderte Kilogramm an Bauschutt entstehen, der sich oft auch noch als Mixtur aus Putz, Mauerstein und anderen mineralischen Bestandteilen präsentiert. Auch hier gilt eine Grundregel:

Bauschutt hat, egal wie gering die Menge auch ist, niemals etwas in der Hausmülltonne verloren. 


Strenggenommen gilt das sogar für den Fall, dass man mit dem Staubsauger nur etwas Bohrklein aufgesaugt hat. 

Allerdings unterscheidet sich die Bauschuttentsorgung in Deutschland von Landkreis zu Landkreis teils erheblich. Oftmals gehört zu vielen kommunalen Wertstoffhöfen auch die Möglichkeit, dort (begrenzte) Kleinmengen kostenlos entsorgen zu können – verlassen sollte man sich darauf aber nicht. Vielfach gelten auch für diese geringen Mengen schon Abgabepreise im Bereich weniger Euro.

Der sicherste Weg ist es deshalb, sich vor Beginn der Arbeiten mit seinem kommunalen Ansprechpartner in Verbindung zu setzen (etwa das Rathaus) und sich dort erklären zu lassen, wie der Schutt gesammelt und wohin gebracht werden muss. 

Wichtig: Bauschutt mag zwar in der Praxis als Melange verschiedener Mineral-Materialien vorkommen. Allerdings wird er praktisch nirgendwo oder nur zu horrenden Kosten angenommen, wenn er auch noch mit anderen, nichtmineralischen Stoffen vermischt ist – etwa Reste von Leitungen, Kabelklammern usw. Diese müssen zuvor abgetrennt werden.

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