Welche Bauteile brauche ich für ein Smart Home?

Mehr Lebensqualität und Effizenz

Technisch betrachtet ist Smart Home der Oberbegriff für technische Systeme und Verfahren in Wohnhäusern, mit denen vernetzte, fernsteuerbare Geräte sowie automatisierte Abläufe entstehen. Für Ihr Zuhause bedeutet Smart Home eine Erhöhung der Wohn- und Lebensqualität sowie eine effizientere Nutzung aller stromversorgten Hausgeräte. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihr Haus oder Ihre Wohnung smart auf- oder umrüsten können.

Entstehung einer Zukunfts-Vision

Die technischen und logistischen Voraussetzungen für Smart Homes sind noch sehr jung. In den 70er-Jahren gab es zwar bereits kabelverbundene Haushalte, doch erst um die Jahrtausendwende wurden verschiedene Smart-Home-Technologien der Öffentlichkeit vorgestellt. Einen ersten Prototyp des Smart Home hat 2001 das Fraunhofer-inHaus-Zentrum präsentiert. Das „Haus der Gegenwart“ hat es erstmals ermöglicht, vollvernetzte Haushaltsgeräte über einen Bildschirm von unterwegs steuern zu können.

Der Wunsch nach mehr Komfort und einer besseren Energieeffizienz sowie die fortschreitende Digitalisierung haben die Entwicklung smarter Heimsysteme rasant vorangetrieben. Durch WLAN und Bluetooth ist heute bereits vieles möglich geworden: intelligente Lichtschaltungen, das intelligente Badezimmer, die smarte Küche oder die intelligente Steuerung der Sicherheitssysteme. Heizung, Waschmaschinen, Lampen oder andere elektrische Geräte lassen sich mittlerweile per Smartphone, PC oder Tablet kontrollieren. Auch eine endgerätlose Steuerung über Handzeichen oder Sprachbefehle erfährt immer mehr Bedeutung.

Zuerst Umfang und Ziele planen

Doch es gibt nicht „das“ richtige, eine Smart Home, jeder muss seine Bedürfnisse zunächst formulieren. Wollen Sie von Grund auf beim Neubau ein komplexes System planen oder rüsten Sie lediglich einzelne Steuer-Elemente wie Heizkörper auf, die auf geöffnete Fenster reagieren? Es bedeutet auch einen Unterschied, ob Sie zur Miete wohnen oder Haus- oder Wohnungsbesitzer sind.

Maßnahmen, um Energiekosten zu sparen

Eine bessere Energieeffizienz ist ein großer Bestandteil des Smart Home. Ein gut vernetztes Zuhause hilft dabei, Strom zu sparen sowie die Umwelt zu schonen. Ein wichtiges Bauelement sind gut isolierende und passgenaue Fenster. Diese sind mit elektronischen Fensterantrieben oder E-Motoren auch automatisch steuerbar. Im Winter lässt sich das Heizungssystem an die Fensterstellung anpassen. Im Sommer helfen mit Motoren ausgestattete Rollläden, die Wohnung mittags zur größten Hitze abzukühlen. Auch diese Elemente lassen sich fernsteuern. 

Das automatische Steuern hilft nachweislich, Energie einzusparen. Nach Studien des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik verbrauchen Singles in einem Smart Home bis zu knapp 40 Prozent weniger Strom und Energie, bei Familien liegt das Einsparpotential immerhin bei 17 Prozent. 


Intelligente Heizungs-Steuerung

Für die ideale Wohlfühltemperatur zu jeder Jahreszeit gibt es verschiedene innovative Technologien. Smarte Heizkörperthermostate sind von unterwegs per Smartphone bedienbar. Sie können eine manuelle Einstellung Ihres persönlichen Heizplans genau umsetzen, je nach Raum und Wochentag. Geofencing-Technologien reagieren darauf, ob jemand zu Hause ist, und schalten die Heizsysteme automatisch aus oder an. Andere Systeme analysieren das Heizverhalten und passen dies automatisch an. 

Auch Fußbodenheizungen lassen sich mit oder ohne App intelligent steuern. Per Funk-Thermostat ist eine zeitgebundene Heizungsregelung möglich. Mithilfe einer Automation wird die optimale Raumtemperatur für alle gewünschten Heizflächen gewählt. Von der Unterputzlösung bei der Neuinstallation bis zu einer punktuellen Nachrüstung ist alles möglich. Eine smarte Steuerung ist auch hier stets energiefreundlicher als eine manuelle Regulierung. 


Intelligente Sicherheitssysteme

Die Einsatzmöglichkeiten von smarten Sicherheitslösungen sind äußerst vielfältig. Ein Haus oder eine Wohnung können nach außen vor unliebsamen Besuchern oder nach innen vor Brand- oder Wasserunfällen abgesichert werden. Auch Bewegungskontrolle der Mitbewohner ist hier möglich. 

Überwachungskameras, Bewegungsmelder, Tür- und Fensterkontakte, Feuermelder oder Feuchtigkeits-Sensoren – alle einzelnen Technologien lassen sich nach Belieben in ein Smart Home-System integrieren. Dabei gibt es auch solche, die nur auf Sicherheit spezialisiert sind. Besonders intelligent werden die Systeme vor allem in ihrer Kombination. 

So lassen sich eine Kamera, ein Bewegungsmelder und ein Luftfeuchtigkeitsmesser so miteinander kombinieren, dass sie einmal vor Einbrechern warnen können, aber auch vor Schimmelbildung. 

Weitere Anwendungsbeispiele für smarte Sicherheitstechnologien: 

Gesichtserkennung - Eine Gesichtserkennungskamera hilft, zu sehen, ob die eigenen Kinder gut zu Hause angekommen sind oder wer bereits daheim ist. 

Spezialmatten - Druckempfindliche Spezialmatten vor dem Bett können informieren, ob eine (alte und etwas pflegebedürftige) Person das Schlafzimmer verlassen hat. 

Feuermelder Ein smarter Feuermelder, gekoppelt mit vernetzten LED-Birnen, kann Einbrecher abschrecken. Ein plötzlich in Rot erstrahlendes Haus irritiert nicht nur mögliche Einbrecher, sie macht auch Nachbarn hellhörig in Bezug auf einen ungebetenen Gast.

Smarte Haushaltssysteme

Zwei Trends zeichnen sich aktuell im Bereich smarte Haushaltsgeräte ab: Die vorhandenen Haushaltskomponenten erledigen die Arbeit fast von selbst und bieten einen ganz individuellen Service an. Auch hier sind die Anwendungsmöglichkeiten vielfältig: 

Smarte Waschmaschinen sind von unterwegs zu bedienen, sodass die gewaschene Wäsche punktgenau zum Trocknen bereitsteht.

Staubsauger-Roboter saugen Ihre Wohnung, während Sie außer Haus sind.

Smarte Kühlschränke mit integrierter Kamera geben für unterwegs Auskunft, was noch fehlt.

Intelligente Kaffeemaschinen können Sie mit einem frisch gebrühten Kaffee wecken. 


Über WLAN-gesteuerte Steckdosen sind auch alte Lampen mit herkömmlichen Glühbirnen oder Haushaltsgeräte leicht aufrüstbar für ein Smart Home. Mithilfe von Smart Home Apps können Sie beispielsweise erfahren, ob die Waschmaschine noch läuft oder bereits zum Entladen bereit ist. Mit Dimm-Funksteckern sind Ihre Lampen dann nicht nur aus der Ferne ansteuerbar, sondern zudem in der gewünschten Lichtstärke dimmbar. 

Smarte Multimedia-Anwendungen

In Kombination mit einem Smart Home-System sind bereits vorhandene Bluetooth-Lautsprecher oder andere Multiroom-Systeme besonders attraktiv. Beim Betreten des Badezimmers kann leise die Lieblingsmusik ertönen, in Küche und Wohnzimmer lassen sich bestimmte Playlists per Sprachbefehl oder App regeln. Die persönliche Musiksammlung oder gesammelte Fotos und Videos sind allen Familienmitgliedern per NAS-Server, mit einer „Home-Cloud“ zugänglich. Über Smart TV ist dies alles leicht abrufbar und von der heimischen Couch aus bequem anzuschauen. Auch das Licht- und Soundsystem sind über solche Systeme bequem integrierbar. Die neuen Anwendungen machen somit die Suche nach der Fernbedienung überflüssig. 

Die Möglichkeiten eines Smart Homes sind äußerst vielfältig. Damit Ihr Smart Home-Projekt auch fachgerecht umgesetzt werden kann, helfen sogenannte Smart-Home-Berater von der SmartHome Initiative Deutschland e.V. weiter. Der Verband vermittelt bundesweit entsprechende Fachbetriebe für die Installation einzelner Bereiche der Hausautomation und Heimvernetzung.


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