Was kostet eine Elektroinstallation im Neubau?

Umfassender Ratgeber von Elektro Wandelt: Lernen Sie, wie Sie für Ihre Elektroinstallation die Kosten berechnen! Finden Sie mögliche Einsparpotenziale!

Bei einem Neubau müssen viele einzelne Gewerke geplant und kalkuliert werden. Je genauer die jeweiligen Kalkulationen sind, desto besser lassen sich die Komplettkosten für den Neubau eines Hauses abschätzen. Einen wesentlichen Kostenblock stellt die Elektroinstallation dar. Mittlerweile gehören zur elektrischen Installation nicht mehr nur die Schalter, Steckdosen, Beleuchtungen und Elektrokabel, sondern zusätzliche Komponenten wie die Verkabelung für das Kommunikationsnetz, die Multimediatechnik oder Alarmanlagen und Bewegungsmelder.

Moderne Gebäudetechnik bietet viele Möglichkeiten und kann die Kosten für die elektrische Installation deutlich nach oben treiben. Damit Sie sich leicht einen Überblick über die zu erwartenden Kosten für die elektrische Installation verschaffen, lernen Sie in diesem Ratgeber, wie Sie für Ihre Elektroinstallation die Kosten berechnen. Im Ratgeber finden Sie zudem viel Wissenswertes rund um die Planung und Kalkulation der Elektroinstallation sowie mögliche Einsparpotenziale.


Die verschiedenen Einflussfaktoren auf die Kosten der Elektroinstallation

Leider sind die Kosten der Elektroinstallation im Neubau von vielen verschiedenen Faktoren abhängig und lassen sich nicht ohne weiteres pauschal benennen. Aufgrund des technischen Fortschritts im Bereich der Gebäudesystemtechnik hat sich die Elektroinstallation in den letzten Jahren stark verändert. Zur Grundausstattung gehören nach wie vor die Komponenten für die elektrische Grundversorgung der einzelnen Räume wie die Steckdosen, Schalter, Beleuchtungen, Elektrokabel und die einzelnen Verteiler.

Schon bei der Grundausstattung können sich allerdings erhebliche Kostenunterschiede ergeben. Abhängig davon, wie viele Schalter, Steckdosen oder Beleuchtungen Sie im Haus einplanen und für welches Schalterprogramm eines bestimmten Herstellers Sie sich entschieden haben, entstehen deutliche Preisunterschiede. Neben der Grundausstattung gehören zur Elektroinstallation weitere Komponenten wie Steuerungen und Antriebe von Rollläden und Rollos, die Netzwerkversorgung der einzelnen Räume, Empfangsanlagen und Verkabelungen für Multimediageräte wie Fernseher oder Radios und eventuell Alarm- oder Überwachungsanlagen.

Die Kosten für die elektrische Installation lassen sich fast beliebig nach oben treiben. Um für Ihre Elektroinstallation die Kosten möglichst exakt zu bestimmen, ist es daher wichtig, vor der Kalkulation genau festzulegen, welche Technik und welche Komponenten im Rahmen der elektrischen Installation montiert werden sollen. Nicht immer muss gleich beim Neubau eine Komplettausstattung installiert werden. Planen Sie beispielsweise Leerrohre oder Leerdosen ein, ist es möglich, die elektrische Installation später noch flexibel zu erweitern oder dem aktuellen Stand der Technik anzupassen. Ihre Hausinstallation bleibt bei geeigenten vorsorglichen Maßnahmen zukunftssicher und Ihre Investitionen für den Neubau lassen sich senken.


Kostenfaktor moderne Gebäudesystemtechnik und Busverkabelung

Wesentlich für die Kalkulation Ihrer Elektroinstallation ist die Frage, ob Sie sich für eine klassische Installation oder eine moderne Busverkabelung entscheiden. Bei klassischen elektrischen Installationen werden in der Regel getrennte Stromkreise für Steckdosen und die Beleuchtung vom Verteiler in die einzelnen Räume gelegt. Die Schalter sind in die Stromkreise direkt eingebunden und ermöglichen das An- und Ausschalten der einzelnen elektrischen Verbraucher.

Möchten Sie moderne Gebäudesystemtechnik installieren und die Möglichkeiten fortschrittlicher Gebäudeautomation voll ausschöpfen, ergibt sich ein anderes Verkabelungsschema. Bei diesen Installationen ist die Verkabelung für die Energieversorgung und für die Steuerung der elektrischen Komponenten voneinander getrennt. Systeme wie der KNX-Bus besitzen jeweils eine eigene Verkabelung für die Übertragung der Steuersignale und für die Energieversorgung. An den Bus für die Steuersignale werden Sensoren wie Schalter, Türklingeln, Touchscreens oder Wettersensoren angeschlossen und mit der zentralen Steuerlogik verbunden. Meist sitzt diese in einem Verteilerkasten, in dem auch die Aktoren installiert sind. Sie steuern die elektrischen Verbraucher letztendlich. Die elektrischen Verbraucher sind sternförmig mit dem zentralen Verteiler verbunden. Aufgrund der zusätzlichen Bus-Verkabelung für Steuersignale und der sternförmigen Verkabelung der elektrischen Anschlüsse und Verbraucher ergeben sich schon alleine für die Verkabelung der Elektroinstallation erhebliche Mehrkosten. Hinzu kommen die Kosten für die einzelnen Komponenten wie Sensoren, Aktoren und die zentrale Steuerlogik.


Kostenfaktor Elektroinstallation für Außenanlagen

Nicht vergessen sollten Sie mögliche Außenanlagen, wenn Sie für Ihre Elektroinstallation die Kosten berechnen. Oft ergeben sich für die Installationen im Außenbereich erhebliche Mehrkosten. Neben Beleuchtungen im Eingangsbereich oder der Klingelanlage kann eine elektrische Versorgung der Terrasse, des Gartens, eines Schuppens oder der Garage notwendig werden. Besitzt Ihr Grundstück ein abgesetztes Eingangstor, benötigen Sie dort ebenfalls elektrische Anschlüsse für Beleuchtungen, Bewegungsmelder oder die Gegensprechanlage. In diesem Fall sind Erdkabel von Ihrem Haus zu den abgesetzten elektrischen Anlagen zu verlegen.


Die optimale Planung für eine möglichst exakte Kostenbestimmung der Elektroinstallation

Eine optimale Planung ist Grundvoraussetzung für eine exakte Bestimmung der Kosten Ihrer Elektroinstallation. Es ist wichtig, dass Sie für jeden Raum die zu installierenden Komponenten wie Steckdosen, Schalter, Lampen und Beleuchtungen, Bewegungsmelder, elektrische Rollläden und Rollos sowie Kommunikations- und Antennenanschlüsse genau festlegen.

Hierfür müssen Sie sich, was die spätere Nutzung der Räume angeht, schon Gedanken gemacht haben. Bewährt hat es sich, anhand der Baupläne einen virtuellen Rundgang im Haus zu machen. Beginnen Sie am Eingangsbereich und gehen Sie Raum für Raum durch Ihr späteres Haus. An jeder Raumgrenze und in jedem Raum oder Flur fragen Sie sich, wo Sie das Licht an- und ausschalten möchten, ob eine Klingel erforderlich ist, wo Steckdosen, Netzwerkdosen, Telefondosen und Antennendosen sitzen sollen und ob weitere Komponenten wie elektrische Rollos oder Bewegungsmelder gewünscht sind.

Räume, bei denen die Nutzung noch nicht exakt feststeht, versehen Sie mit einer Minimalausstattung und ausreichend vielen Leerrohren und Leerdosen. Ebenfalls zu planen sind die Anschlüsse für elektrische Großverbraucher wie Herde oder eventuell die Heizungsanlage. Festlegen müssen Sie zudem die Standorte für Haupt- und Unterverteiler, für Empfangsanlagen oder für Übergabestandorte von Telekommunikationsleistungen. In WC's, Bädern oder Waschräumen müssen die Installationszonen und Vorschriften für Nassräume beachtet werden.


Richtwerte für die Kosten der Elektroinstallation im Neubau

Wie die vorangehenden Kapitel erklären, sind die Kosten für die Elektroinstallation von vielen verschiedenen Faktoren abhängig. Wichtig ist es daher, dass Sie in der Planungsphase festlegen, welche Art von Installation Sie realisieren möchten und welche Ausstattung Ihr Haus erhalten soll. Von entscheidender Bedeutung für die Kosten ist die Art der Verkabelung - ob klassisch oder für moderne Bussysteme geeignet.

Für eine klassische elektrische Installation mit der benötigten Grundausstattung existiert eine relativ einfache Kalkulationsregel, mit der Sie die Kosten gut abschätzen können. Sie müssen circa drei bis fünf Prozent der Gesamtkosten für den Neubau für die elektrische Installation ansetzen. Kostet der Neubau beispielsweise 250.000 Euro, liegen die Kosten für die elektrische Installation bei etwa 7.500 bis 12.500 Euro. Dies stellt natürlich nur einen groben Richtwert dar. Sie können jedoch ruhigen Gewissens davon ausgehen, dass in diesem Kostenrahmen eine komplette elektrische Versorgung Ihres Neubaus realisierbar ist.

Eine weitere mögliche Methode der Kostenschätzung richtet sich nach der Quadratmeterzahl Ihres Neubaus. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit einer Wohnfläche zwischen 120 und 150 Quadratmeter setzen diese Berechnungsmethoden einen Preis zwischen 75 und 90 Euro je Quadratmeter an. Bei 150 Quadratmetern liegen Sie in einem Bereich zwischen 11.250 und 13.500 Euro. Diese Kostenschätzung ist in etwa mit der vorherigen prozentualen Ermittlung nach Gesamtkosten des Neubaus vergleichbar.


Richtwerte für die Mehrkosten der Installation moderner Bussysteme

Haben Sie sich für eine moderne Busverkabelung entschieden, müssen Sie mit deutlichen Mehrkosten rechnen. Diese sind vom Typ des zu installierenden Systems und den zu steuernden Komponenten abhängig. Mehrkosten ergeben sich unter anderem durch den höheren Material- und Verkabelungsaufwand, größere Verteiler sowie durch die Anschaffungskosten für Sensoren, Aktoren und die zentrale Steuerlogik.

Die Gesamtkosten für ein solches System lassen sich nur schwer abschätzen und sind nach oben hin offen. Als Richtwert sollten Sie mindestens 50 bis 100 Prozent Mehrkosten im Vergleich zu den zuvor ermittelten Kosten für die Grundausstattung mit einer klassischen Elektroinstallation einplanen. Schnell kann eine solche Installation aber auch das Dreifache und mehr an finanziellen Aufwendungen notwendig machen. Installationsbetriebe rechnen für ein normales Einfamilienhaus mit einer Wohnfläche zwischen 120 und 150 Quadratmetern mit Kosten von 15.000 bis 50.000 Euro für die Installation eines modernen Bussystems. Eine exakte Kostenermittlung ist jedoch nur möglich, wenn eine detaillierte Aufstellung aller zu installierenden Komponenten erfolgt.


Mögliche Einsparpotenziale bei den Kosten für die Elektroinstallation

Durch verschiedene Maßnahmen lassen sich bei der Elektroinstallation Kosten einsparen. Einsparpotenziale ergeben sich in verschiedenen Bereichen, ohne dass Sie auf grundsätzliche Funktionalität oder Ausstattung verzichten müssen. Ein erheblicher Kostenblock stellen bei der Realisierung der Elektroinstallation die Arbeitskosten dar. Grob geschätzt ergibt sich eine Aufteilung der Gesamtkosten von 60 Prozent Arbeitskosten und 40 Prozent Materialkosten.

Übernehmen Sie selbst einzelne Arbeiten, ist eine deutliche Kostensenkung möglich. Allerdings dürfen viele elektrische Arbeiten nur von qualifiziertem Fachpersonal vorgenommen werden. Oft ist zusätzlich teures Werkzeug oder Equipment für die Ausführung der Installationsarbeiten nötig. Viele Elektrofachbetriebe bieten an, dass der Bauherr Tätigkeiten, für die keine besondere Qualifikation benötigt wird, in Eigenleistung ausführen. Bei Bedarf beaufsichtigen sie die Arbeiten oder stellen sogar das benötigte Werkzeug zur Verfügung. Die Abnahme der Arbeiten muss auf jedem Fall von einem autorisieren Fachbetrieb erfolgen. Zu den Arbeiten, die in Eigenleistung ausführbar sind, zählen beispielsweise das Anfertigen von Dosenaussparungen und Leitungsschlitzen, das Einziehen von Verkabelungen oder das Setzen von Unterputzdosen. Sollen Kosten durch Eigenleistungen reduziert werden, ist auf jeden Fall eine enge Abstimmung mit dem ausführenden Elektrofachbetrieb zu empfehlen. Das Einsparpotenzial durch Eigenleistungen liegt in etwa bei 2.000 bis 3.000 Euro beim Neubau eines Einfamilienhauses.

Eine weitere Einsparungsmöglichkeit ergibt sich bei den Materialkosten. Die Preise für das Installationsmaterial liegen im Fachhandel deutlich höher als im Online-Handel. Allerdings kalkulieren viele Elektrofachbetriebe mit den für das Material erzielten Gewinnen und lassen es nicht zu, dass Bauherren selbst das Material einkaufen. Auch hier ist wieder eine enge Abstimmung mit dem ausführenden Unternehmen notwendig. Im Optimalfall liefert das ausführende Unternehmen eine Liste mit dem Material, das Sie selbst besorgen dürfen. Teilweise lassen sich bis zu 50 Prozent niedrigere Anschaffungskosten durch das Bestellen in günstigen Onlineshops erzielen. Im Prinzip kaufen Sie zu ähnlichen Preisen wie der Elektrofachhandel selbst. Möchten Sie keine bösen Überraschungen erleben, ist es wichtig, dass Sie nur bei seriösen Händlern kaufen, die Ihnen Service, eine schnelle Lieferung und Rücksendemöglichkeiten bieten. Zudem ist nur hochwertiges und bewährtes Material exakt nach den Vorgaben des Elektrofachbetriebs einzukaufen. Beachten Sie diese Vorgaben und finden Sie einen günstigen Händler ergibt sich ein realistisches Einsparpotenzial bei einem Standard-Einfamilienhaus von circa 1.000 bis 2.000 Euro.

Nicht immer müssen Sie beim Neubau die elektrische Installation komplett realisieren lassen oder die modernsten Komponenten einplanen. Sie sparen Geld, wenn Sie nicht benötigte Komponenten zu Beginn weglassen aber Vorkehrungen für eine einfache Nachrüstung treffen. Zukunftssicheres Bauen heißt in diesem Zusammenhang das Zauberwort. Ungenutzte Kellerräume beispielsweise, lassen sich mit einer Minimalausstattung versehen. Planen Sie in diesem Fall jedoch überall Leerrohre und Leerdosen ein, die eine nachträgliche Installation von Kabeln und elektrischen Komponenten erleichtern. Bei Bedarf können Sie beispielsweise Netzwerkkabel und Netzwerkdosen für einen bestimmten Raum ohne großen Arbeits- und Installationsaufwand nachrüsten.

Erhebliche Auswirkungen auf die Kosten Ihrer Elektroinstallation kann die Auswahl des ausführenden Unternehmens haben. Es ergeben sich zum Teil gravierende Unterschiede von Elektrofachbetrieb zu Elektrofachbetrieb. Es ist daher ratsam, eine Ausschreibung durchzuführen und Angebote von unterschiedlichen Firmen einzuholen. Vergleichen Sie die Preise und erkundigen Sie sich zur Qualität der Arbeit und Zuverlässigkeit der einzelnen Firmen. Ist die Installation von hoch moderner Gebäudesystemtechnik mit Bus-Verkabelung geplant, wählen Sie unbedingt einen Fachbetrieb, der mit solchen Installationen Erfahrung hat. Firmen, die bisher ausschließlich klassische Installationen durchgeführt haben, sind meist nicht in der Lage, verlässliche Kalkulationen und qualitativ hochwertige Arbeit zu liefern. Oft setzen Sie die Kosten deutlich zu hoch an oder müssen mehr Arbeitsstunden leisten.