Kann ich ein Smart Home mit dem Smartphone bedienen?

Smart Homes sind toll

Zumindest wirken die Vorzeigeobjekte in Musterparks, auf Messen oder auch im TV ungemein genial und fast so, als ließe sich hinter der Tür zum Kühlschrank das Portal direkt auf die Brücke zum Raumschiff, Zeitmaschinen oder in fremde Galaxien vermuten. Skeptische Stimmen hingegen warnen eher in eine Richtung, die an die britische TV-Serie BlackMirror erinnert. Aber ist das wirklich so? Zumal Smart Homes völlig unterschiedlich voneinander sein können und viele Personen überhaupt nicht die unglaublichen Möglichkeiten im Kopf haben, sondern den praktischen Nutzen in den Vordergrund stellen. Und genau dieser lässt auch die Frage aufkommen, ob so ein Smart Home mit dem Smartphone zu steuern ist. Wie die Antwort lautet, verrät dieser Artikel

Steuerung per Smartphone

Ein intelligentes Zuhause wäre höchst unpraktisch, wenn die Bedienung desselben ausschließlich über Schaltflächen in der Wand, am Computer oder an den jeweiligen Geräten an sich ginge. Daher lässt sich die Frage, ob die Steuerung mit dem Smartphone möglich ist, schon mit einem »Ja« beantworten. In dieser Beziehung gibt es aber schon wieder Unterschiede (siehe rechts).

Wer Sicherheitselemente seines Hauses per Smartphone steuern möchte, der sollte lieber einmal das Geld in einen professionellen Ausstatter investieren und dessen App nutzen. Anderenfalls ist der Weg, jedes Element einzeln zu steuern, sinnvoller. 

Welche Funktionen bietet das Smart Home heute?

Es ist immer einfach gesagt, dass es sich bei einem Haus um ein Smart Home handelt. Denn es gibt schlichtweg nicht das eine Smart Home. Die wenigsten Menschen investieren beim Bau eines Hauses das Geld, um sämtliche Elemente des Gebäudes zu vernetzen und in einem zentralen Serverraum im Haus zusammenlaufen zu lassen. Die meisten Personen rüsten ihr Haus oder ihre Wohnung nach und nach um, was letztlich auch in einem smarten Zuhause endet, aber längst nicht dem entspricht, was Dokumentationen, Serien oder auch einige Filme zeigen. Deshalb ist es ungemein schwer zu sagen, welche Funktionen solch ein Zuhause aufweist. 

Die unterschiedlichen Steuerungen per Smartphone: 

Hersteller-Apps - je nach dem, welche Geräte und Anlagen das Smart Home besitzt, bietet der Hersteller eigene Apps. Ein gutes Beispiel sind die intelligenten Thermostate für Heizkörper. Sie kommunizieren miteinander, prüfen die Temperatur, Uhrzeit und das Wetter und lassen sich via App oder Computer programmieren und vom Smartphone aus extern steuern. Diese Hersteller-Apps sind für viele Anlagen erhältlich, haben aber den Nachteil, dass sie umständlich sind. Die Thermostat-App beispielsweise gilt nur für die Heizung, wer die Waschmaschine steuern will, benötigt hierfür auch eine App. 

Smart Home-Anlagen wer sein Zuhause professionell in ein Smart Home verwandeln lässt oder gleich beim Bau auf ein intelligentes Zuhause achtet, der besitzt eine eigene Anlage, in der alle Elemente zusammengeführt werden. Hierfür gibt es besondere Hersteller, die natürlich auch Apps anbieten. Die Variante bietet den ungemeinen Vorteil, dass die App tatsächlich alle Elemente zentral zusammenführt und Hausbewohner bequem auf dem Smartphone alles kontrollieren.

App-Centerso wie es möglich ist, verschiedene E-Mail-Postfächer in einem Client zusammenzubringen, gibt es mittlerweile auch App-Clients, die die verschiedenen Apps für Smart Homes zusammenführen. Die Lösung ist praktisch, birgt aber ein wenig Ungewissheit, es sei denn die App stammt wie beim iPhone X von Apple selbst und ist standardmäßig enthalten. Das ist dann zwar etwas teurer, aber ein Smartphone lässt sich auch über Raten erwerben, was die Kosten herunterbricht und die Anschaffung erleichtert. Es muss absolut klar sein, woher die App stammt, wer Zugriff hat und wie hoch die Sicherheit ist, damit Fremde nicht die Daten auslesen können. Das gilt gerade für Schließanlagen, Alarmanlagen und weitere kritische Home-Bereiche. 

Beispiele für Smart-Home Lösungen

  • Tür-/Schlösser - elektronische Türschlösser passen hervorragend in ein Smart Home. Nicht nur sind die Transponder oder Codes sicher, sie erlauben dem Hausbesitzer auch, die einzelnen vergebenen Schlüssel zu programmieren. Eltern können so beispielsweise sicherstellen, dass der Nachwuchs nach der Schule nicht stundenlang Playstation spielt - da das Türschloss anhand des Schlüssels erkennt, wer nach Hause kommt und die Playstation abschaltet. 
  • Sicherheitselemente - Rollladen, Alarmanlagen und weitere Sicherheitsvorkehrungen lassen sich in Smart Home einbringen und so entsprechend steuern. Die Steuerung kann auch von unterwegs erfolgen, sodass die Rollladen im Urlaub beispielsweise nicht immer um 20 Uhr heruntergelassen werden, sondern täglich zu anderen Zeiten. 
  • Beleuchtung - auch die Beleuchtung lässt sich smart steuern. Das kann mittels Bewegungssensoren geschehen, die erkennen, dass sich jemand im Raum aufhält. 
  • Heizung - das ist die Möglichkeit, die besonders leicht umzusetzen ist. Mit den entsprechenden Thermostaten kann die Heizung via App gesteuert werden. Auf der anderen Seite erkennt sie aber auch den Ist-Zustand und handelt eigenständig. 
  • Geräte - die im Smart Home verwendeten Geräte müssen natürlich WLAN-fähig und steuerbar sein. Gute Beispiele sind wohl Amazons Alexa oder auch Waschmaschinen. Kühlschränke können erkennen, ob Nahrungsmittel ausgehen und melden diese an den Besitzer. 
  • Strom - auch Strom lässt sich smart steuern, was dazu führen kann, dass der Nachwuchs nicht ständig am TV oder vor der Playstation hockt. 

Was muss mein Smartphone können?

Im Grunde genommen schafft es jedes Smartphone, die Steuerung eines Smart Homes zu übernehmen. In der Praxis sieht das ganz anders aus, denn die verfügbaren Apps der Hersteller arbeiten in der Regel mit den neuesten Betriebssystemen und laufen kaum noch auf Android 3.

Ein Überblick: 
Geräte - neue Geräte besitzen die Leistung, die einzelnen Aspekte des Smart Homes zu steuern. Die Flaggschiffe von Samsung oder Apple, beispielsweise das iPhone X sind bestens geeignet. 
Unterstützung - die neuen Geräte haben die neueste Version des Betriebssystems, sodass die benötigten Apps auf ihnen laufen. Gleichfalls gleichen die Hersteller die Betriebssysteme noch für Jahre an. 
Sicherheit - die Sicherheit der einzelnen Smartphones wird immer besser, was bei der Steuerung der Haustür natürlich sinnvoll ist. 

Wer sich ein neues Smartphone anschaffen, aber nicht direkt an einen Mobilfunkanbieter wenden möchte, der kann natürlich den Handyratenkauf nutzen. Hier lassen sich die Ratenlängen festlegen und nicht selten sind die Geräte günstiger, als beim Mobilfunkanbieter, der das Gerät samt Vertrag verkauft. 

Fazit - Licht per wischen

Wer gerade in ein von Beginn geplantes Smart Home zieht oder seine eigene Wohnung smart einrichtet, der kann die Vorzüge der Technik genießen. Und das heißt auch, dass die Lampe endlich mit einem Wisch auf dem Smartphone ausgeschaltet oder die Kaffeemaschine passend eingeschaltet werden kann. Allerdings sollte auf ein neues Gerät geachtet werden, damit die Apps alle laufen.


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