Welche Schalter und Taster brauche ich im Flur oder im Treppenhaus?

Wohin mit Schaltern im Treppenhaus

In zahlreichen Foren wird diese Frage diskutiert. Dabei gehen die Meinungen durchaus in unterschiedliche Richtungen. Eine Abwägung, welche Variante in Privathaushalt und welche in Unternehmen sinnvoll ist, ermöglicht dieser Beitrag.

Zwei Varianten im Vergleich: Bewegungsmelder vs. Schalter

Der größte Vorteil ist für jedermann auf den ersten Blick ersichtlich: Der Bewegungsmelder schaltet dann das Licht an, wenn er Bewegung registriert. 

Der Schalter muss manuell betätigt werden. Welche Vor- und Nachteile damit im Einzelnen verbunden sind, zeigt die folgende Aufstellung. Zu den Herstellern der Rubrik Bewegungsmelder geht es hier. Die VdS-Richtlinien sind ebenfalls online verfügbar.

Die Vorteile eines Bewegungsmelders

Bewegungsmelder haben den erklärten Vorteil, dass sie für einen ausgeleuchteten Flur oder ein ausgeleuchtetes Treppenhaus sorgen, auch wenn die Hände nicht frei sind, um den Lichtschalter zu betätigen. Damit ergibt sich bereits der Hauptvorteil eines Bewegungsmelders: Er erleuchtet Treppenhaus oder Flur dann, wenn eine Bewegung dort stattfindet, sprich wenn sich ein Mensch dort bewegt. Da ein hell erleuchteter Flur oder ein hell erleuchtetes Treppenhaus für mehr Sicherheit in sonst nur wenig beleuchteten Ecken sorgt, ist das ein wichtiger Sicherheitsaspekt. Geeignet ist der Bewegungsmelder auch in Häusern, in denen Kinder wohnen. Ihnen wird nachts – idealerweise in gedimmter Form – der Weg zur Toilette geleuchtet. Das minimiert die Sturzgefahr.

Die Nachteile eines Bewegungsmelders

Die Formulierung, dass ein Bewegungsmelder Flur und Treppenhaus erleuchtet, wenn ein Mensch sich dort bewegt, ist nicht ganz korrekt. Denn im Grunde geht der Bewegungsmelder auch an, wenn Katze, Hund oder der Staubsaugerroboter sich von A nach B bewegen. Gerade bei nachtaktiven Tieren kann dies zur ungewünschten Lichtorgel bei Nacht führen. Doch nicht nur das. Auch junge Erwachsene, die sich etwas später als vereinbart ins Haus schleichen, können einem Bewegungsmelder nur wenig Gutes abgewinnen, erleuchtet er doch auch ihren heimlichen Weg ins Bett oder gar aus dem Bett und entlarvt so, wenn sie sich nicht an Ausgehzeiten halten wollen.

Die Vorteile eines Schalters

Ein Schalter oder Taster lässt sich punktuell bedienen, um einen Effekt zu erzielen. Ist es zu dunkel, wird der Schalter gedrückt und Flur und Treppenhaus werden hell erleuchtet. Durch die aktive Betätigung wird das Licht nur dann den Bereich erhellen, wenn dies auch wirklich erwünscht ist. Wer sich abends leise ins Bett schleichen möchte, ohne jemanden mit dem Lichtstrahl zu wecken, wird auf die Betätigung des Schalters verzichten. Auch wer ausgeprägte Nachtsichtfähigkeiten hat, wird auf das Licht verzichten können.

Die Nachteile eines Schalters

Der Wäschekorb nimmt beide Hände in Beschlag und nun folgt der Weg ab in den dunklen Keller. In diesem Szenario ist der Schalter ebenso unpraktisch wie in der Nacht, wenn der Nachwuchs eigenständig auf die Toilette gehen möchte und schlaftrunken eben diesen nicht sofort findet. 

Spezialfall: Firma. Schalter oder Bewegungsmelder?

Ob der Flur oder das Treppenhaus einer Firma sich besser temporär begrenzt mit einem Bewegungsmelder erleuchten lässt oder manuell ausgelöst mit einem Schalter, ist schnell erklärt: Die Ausleuchtung erfolgt hier je nach Nutzung. In einem Durchgangsbereich, der lediglich dazu dient, von A nach B zu kommen, sollte die Wahl auf einen Bewegungsmelder fallen. Dieser leuchtet – temporär begrenzt – den Weg aus. Ist dieser sehr lange, empfiehlt sich auch eine Taster-Lösung, bei der das Licht nach einer voreingestellten Zeit von ganz alleine wieder ausgeht.

Gibt es in Flur oder Treppe etwas für die Mitarbeiter des Unternehmens zu tun, so muss die Wahl auf ein Licht fallen, das hell genug für die Tätigkeit ist und nicht von selbst wieder ausgeht. Taster und Bewegungsmelder fallen an dieser Stelle raus. Die häufigste Form der Tätigkeiten in Flur und Treppenhaus ist beispielsweise die Betätigung des RFID-Readers. Dieser steht in vielen Unternehmen für ein Zutrittskontrollsystem und ist mitunter auf den Gängen, in Fluren oder am Beginn des Treppenhauses angebracht, um den Zutritt der Berechtigten zu regulieren. Diese Scanner brauchen ausreichend Licht, weswegen ein Bewegungssensor hier eher nicht in Frage kommt.

Weitere Tipps zur Beleuchtung von Flur und Treppenhaus

Wer mit der Sanierung oder dem Bauen eine Hauses zugange ist, könnte sich beispielsweise auch fragen, ob es sinnvoll ist, Flur und Treppenhaus zusammenzuschalten (beispielsweise mit einer Kreuzschaltung) oder getrennt voneinander bedienbar zu halten. Um Strom zu sparen, und da der Weg nicht zwingend über den Flur UND die Treppe führen muss, raten Experten dazu, beide Lichtquellen separat zu schalten. Alternativ (und wenn keine Tiere im Haus leben) bietet es sich auch an, an mehreren Stellen einen Bewegungsmelder zu platzieren, der den Weg – je nach Bedarf – ganz automatisch ausleuchtet. Fällt die Bewegungsmelder-Variante raus, kann ein Taster eine gute Idee sein. So kann das Licht von mehreren Positionen aus bedient werden. Zudem geht das Licht – nach einer vorgegebenen Zeitspanne – meist von ganz alleine wieder aus. Eine Auswahl verfügbarer Schaltermaterialien gibt es von den Herstellern Gira, Jung, Busch-Jaeger und Co. 

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